Self Publishing - die ersten Monate...

Hallo Adventurers,


es wird Zeit für einen kleinen Erfahrungsbericht...


Kleiner Disclaimer am Anfang, es wird kein Märchen und es kann für den ein oder anderen demotivierend wirken, also beware!


Es war einmal im Jahr 2020. November und Dezember waren tolle Verkaufsmonate, die Welt sah rosig aus. Doch dann kam der Januar und der Februar und der März und die ganz große Klatsche.


Was ist passiert?


Im November und Dezember hatte ich hammer Zahlen, top Leseseiten bei Kindle unlimited, gute Verkäufe und ich dachte echt, wow, das wird was gutes. Aber die Realität kommt immer.

Seit Januar habe ich nicht einmal 10 ebooks verkauft, uff. Meine Zahlen bei KU sind ins Bodenlose gefallen.


Wieso erzähle ich das?


Ganz einfach, ich hasse es immer nur von Positivität und Friede Freude Eierkuchen zu berichten. Und ganz wichtig!


Ich habe genau damit gerechnet.


Seit November habe ich mich ausgiebig mit dem Thema Marketing befasst, verschiedene Dinge ausprobiert, Daten erhoben und immer wieder evaluiert. Aber was habe ich daraus gelernt?


  1. Ein idealer Abstand der Veröffentlichungen beträgt 3 Monate. Die ersten 60 Tage verkauft sich ein neues Buch "gut". Es hat Interesse geweckt, eine Zielgruppe und Interessierte gefunden (wenn das Marketing stimmt). Doch danach verliert es rapide an Interesse, gerade bei einem Auftakt einer Serie ohne Folgeband.

  2. Amazon und Facebook Ads bringen bei einem Erstlingswerk Sichtweite (Reach) aber keine Conversion (Verkauf) Gerade am Anfang habe ich mit Amazon und Facebook Ads gespielt, verschiedene Campagnen gestartet und ca 250€ in die Hand genommen. Für die Großen ist das relativ wenig, aber für mich eine Hausnummer. Facebook habe ich genutzt, um Traffic zu meiner Homepage zu generieren, Amazan Ads, um Leser auf mein Buch aufmerksam zu machen. Die Verkaufserlöse aus meiner Investition betragen hier gerade einmal 5%. Manches lief gut, manches eher schlecht. Details in einem anderen Post.

  3. Das erste Buch wird ein Minusgeschäft Gerechnet habe ich damit schon von Anfang an. Aber auch hier, um eine Zahl zu nennen. Aktuell habe ich mit ELEMENTS 1 4666€ Miese gemacht. Ja, dafür gehe ich 2 Monate arbeiten. 2 Monate im Dreischichtbetrieb in der Pflege. Aber trotzdem bin ich noch ganz cool. Wieso fragst du dich?


Mein Resumee:

Willst du ein schnell kommerziell erfolgreicher Autor/in sein, ist die Investition am Anfang enorm. Eine Strategie, um dein Buch möglichst lange im Gespräch und in den Algorithmen zu halten, ist in einem Abstand von ca 3 Monaten zu veröffentlichen. So können Leser von Buch 1 direkt zu Buch 2, usw. Das bedeutet aber auch, dass die Reihe möglichst fertig sein sollte. Sprich Testlesephase, Lektorat, Korrektorat, Coverdesign, Bloggercrew, eine entsprechende Followerzahl, etc.


Nehmen wir wieder ELEMENTS als Beispiel.

Lektorat und Korrektorat bis zu 2500 €

Cover 300 €


Und das sind nur die Notwendigkeiten, keine Bloggerpakete, Goodie Design, etc inkludiert. Runden wir auf, haben wir grob Kosten von 3000 € nur für das Rohmaterial. Bei einer Reihe von 4 Büchern sind das 12.000€ an Vorinvestition, um diesen Plan durchzuboxen. Das hat man nicht mal eben auf der hohen Kante. Wichtiger Hinweis, das gilt nur für Print on demand Dienstleister (BoD, Epubli, neopubli, etc.). Willst du einen Auflagendruck, kommt die Investion auch noch obendrauf.


Ändere ich somit meinen Releaseplan?


Kurzgefasst: NEIN!

Aber warum? Warum nehme ich weiterhin in Kauf Miese zu machen?

1.) Ich habe nicht die Kohle, um das so durchzuboxen.

2.) Ich verfolge ein anderes Ziel

Mein Ziel ist es ein organisches, langfristiges Wachstum an Lesern zu generieren. Ich wünsche mir Leser, die zu Superfans werden. Heißt, nicht nur Interesse an ELEMENTS haben, sondern auch an TEC, meinem Thriller und meinen weiteren Projekten, die folgen. Natürlich kann man die auch generieren, wenn man schnellere Releases hat. Wie mein Mann immer so schön sagt, I play the long game.


Aber was lerne ich daraus?

Was ich geändert habe, ist, dass ich in 2021 4 Bücher aus 2 Serien herausbringen werde. ELEMENTS wird weiterhin nicht back to back erscheinen, aber dafür kommt dieses Jahr schon TEC. TEC ist deutlich kleiner und daher weniger kostenintensiv. Für die Kosten von 1 ELEMENTS Roman kann ich 2 TEC herausbringen. Plus Urban Fantasy ist komerziell attraktiver. Somit steigere ich meine Reichweite, indem ich Crossgenre veröffentliche, habe mehr Releases in einem Jahr, ohne meinen Plan komplett umzuschmeißen. Ich fahre zweigleisig, ohne mir mehr Druck aufzubauen, denn ELEMENTS mit Standardmäßig 150.000 Wörtern schreibt man nicht mal eben =D


Viele Dinge haben sich für mich in den letzten Monaten bestätigt, ich habe sehr sehr viel gelernt. Wie immer beschönige ich rein gar nichts, denn das bringt niemanden weiter. Dieser Artikel ist für alle, die am Anfang stehen. Aber lass dir folgendes gesagt sein. Ich bereue nichts und bis auf ein paar kleine Dinge würde ich alles noch einmal genauso machen.

Aktuell habe ich knapp 200 verkaufte Bücher, ein AMAZON Rating von 4,5 Sternen, viele treue Leser, eine Community auf Insta, mit der ich den Austausch liebe. Das ist ein verdammt guter Start trotz allem.


Wie immer gilt, bei Fragen habe ich immer ein offenes Ohr. Schreib mir gerne eine Mail oder auf Insta =)


Hab einen schönen Tag und bis demnächst.


Nerdige Grüße

Mel


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