Self Publishing, Agentur oder Verlag?




Hallo Adventurers,


die goldene Frage werde ich euch heute aus meiner Sicht beantworten. Das Bild, das ihr seht, stammt aus dem Frühjahr 2020. Der Entschluss zum Self-Publishing ist gefallen. Aber war das schon immer so? Wollte ich immer schon Self-Publisher sein?


Um die Frage direkt zu beantworten: NEIN! Ich wollte in einen Verlag, ein wunderschönes Verlagsemblem auf meinem Buch sehen, die Bestätigung bekommen, dass andere meine Geschichte als gut empfinden, bevor es die Leser tun. Und natürlich wollte ich in meiner nächsten Thalia Buchhandlung ein Selfie mit meinem Buch machen.

Klingt nicht nach mir? Stimmt. Aber das kommt daher, dass ich auf meiner Reise gehörig auf die Schnute gefallen bin.


Wer meinen Insta Account verfolgt, weiß, dass ELEMENTS am Anfang ganz anders aussah. Auktorialer Erzähler im Präteritum, "nur" 95.000 Wörter, aber die gleiche Story. Und man war ich stolz. Aber ich war so naiv wie Bridget. Ich habe bei Verlagen angefragt und überall nur eine Antwort bekommen - KEINE.

Das war der erste Hieb. Dann setzten die Selbstzweifel ein. Ist meine Geschichte so schlecht, tauge ich nichts?

Hochsensibilität mit einem Hauch Imposter-Syndrom lassen grüßen ! =D


Bevor ich mich entschieden habe mich an Agenturen zu wenden, musste ich erstmal mein Ego wiederfinden, das war zudem Zeitpunkt unbekannt verzogen. Ich habe damals einen Rat bekommen, den ich bis heute in Ehren halte. "Bloß weil der Verlag deine Geschichte nicht will, heißt es nicht, dass sie schlecht ist." Also habe ich mich mit etwas mehr Selbstbewusstsein an die Agenturen gewandt.

Wieder voller Hoffnung schaue ich in die Inbox und siehe da - NICHTS!

Wenn man eins auf dem Weg in eine Agentur oder einen Verlag lernt, dann Geduld und Rückschläge zu ertragen.


Mein Ego war down und meine Inspiration genauso. Bis ich dann zum ersten Mal mich mit dem Thema Self Publishing befasst habe.

- Du entscheidest wie dein Cover aussehen soll.

- Du entscheidest mit wem du arbeitest.

- Du entscheidest ALLES.

Blinzelnd saß ich dann vor meinem PC und dachte mir, ok und wo ist jetzt der Vorteil vom Verlag? Ah ja, ich werde nicht arm.

Denn du entscheidest alles selbst, hört mit du zahlst alles selbst auf. Glaubt mir, ein Buch ist nicht billig. Ich sah mich vor meinem geistigen Auge schon in einer Reihe mit den Enten im Park. "Hast du Brot?"


Doch je mehr ich mich mit dem Thema befasst habe, desto mehr habe ich mich gefunden. Ich hab Unmengen gelernt, habe Leute kennengelernt, meine Schüchternheit abgelegt und ganz viele getroffen, denen es ähnlich erging, wie mir. Der Entschluss war gefallen.

ICH ZIEH DAS DURCH!


Und heute muss ich sagen, ich bin verdammt stolz darauf. Self Publishing beginnt nicht ohne Grund mit Self. Es ist teuer, es ist anstrengend, aber es ist jeden Penny wert. Ich bin mein eigener Boss, ich entscheide für meine Bücher, niemand sonst. Natürlich habe ich weniger Reichweite, muss mir alles eventuell ein bisschen härter erkämpfen, als andere, aber ich will es nicht anders.


Würde mich ein Verlag oder eine Agentur anschreiben und fragen, ob sie mich aufnehmen dürfen, würde ich wahrscheinlich ablehnen. Denn was kann mir ein Verlag bieten? Einen Platz im Handel und keine Kosten, die ich selbst investieren muss. Aber ich gebe meine Babys aus den Händen, habe nur ein Mitspracherecht, statt der Entscheidung.

Und wenn wir mal ganz ehrlich sind: das sind nicht wirklich Argumente, die zumindest in meinen Augen für einen Verlag sprechen.


Rückblickend betrachtet, würde ich mich direkt für den Weg im Self-Publishing entscheiden. Denn das ist für mich, aktuell, der einzige Weg, bei dem ich mich bedingungslos wohl fühle.


Wie seht ihr das?


Nerdige Grüße

Mel

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