Die Emotionalität der Erstveröffentlichung

"Ich bin der König der Welt!"

"Ich kann gar nichts!"


"Oh mein Gott, die Leute lieben mein Buch!"

"Oh mein Gott, die Leute hassen mein Buch!"


"Ein Fehler? Wieso ist es nicht perfekt?"


Kommen dir diese Aussagen bekannt vor? Dann herzlich willkommen in der Veröffentlichungs-Hell-Loop.


Gerade das erste Buch hat so einen besonderen Platz im Herzen, ist meistens das absolute Herzensprojekt, das kleine Baby für das man so lange gekämpft hat es in die Welt zu bringen und dann kommt Kritik ...

Zunächst konstruktiv...

Dann vielleicht weniger ...


Das ist die wohl schlimmste Phase im Veröffentlichungsprozess. Testleser, Lektorat, Korrektorat, Coverdesign, Werbung, Blogger. Geld, Zeit und Nerven sind in das Projekt geflossen.


"Wieso sieht denn niemand, dass es mein Herzensprojekt ist?"


Man sucht Kontakt zu Gruppen, anderen Autoren, ist wie ein Headless Chicken und will einfach nur noch zugehörig sein. Nicht allein sein, wie ein alleinstehender deutscher Rentner mit Socken in Sandalen im Malleurlaub. "Sind Sie deutscher?" =D Doch dort kommt nur. "Ja wenn dein Manuskript Fehler aufweist, selbst Schuld. Hättest xyz tun sollen." oder "Autor sein ist nicht für jeden was, dann lass es besser."

Das sind zwei der Antworten, die ich O-Ton bekommen habe, als ich in der Phase war. Danke für nix.


Mit Zeit und Abstand ist mir aber Folgendes klar geworden:

Ich für meinen Teil habe jede negative Rezi falsch verstanden. Nicht jedes Feedback war angebracht und konstruktiv, aber das steht auf einem anderen Blatt.

Ich kann nicht ändern, dass manche mein Buch nicht mögen und das ist ok. Aber ich kann ändern, wie ich damit umgehe.

ELEMENTS kann nie jemand anderem so viel bedeuten wie mir, wie auch? Ich habe mich hingesetzt und nach negativen Rezis meiner Lieblingsbücher gesucht und oh boy wurde ich fündig. Bücher, die ich liebe, wurden zerfetzt. Anstatt in einer Gruppe Gleichgesinnte zu finden, habe ich mich noch mehr mit den Autoren identifizieren können, die ich eh schon vergöttere. Wenn meine absoluten Lieblinge solche Rezis bekommen, warum sollte es bei mir anders sein?


Was wir häufig bei Kritik verstehen, ist Folgendes:

"Ich habe dein Buch abgebrochen, es gefiel mir nicht." - Feedback

"Ich habe dein Buch abgebrochen, weil du total untalentiert bist und ich dich eh nicht leiden kann du blöde Kuh. Hör auf zu schreiben, dein Herzensprojekt ist Müll." - das macht mein Kopf daraus.


Seht ihr, ein verstecktes Talent. Aus Kritik, kann ich den doppelten, negativen Umfang kreiieren, toll was? Aber ich bin mir sicher, da stehe ich nicht allein, was?


Was ich eigentlich damit sagen möchte, ist ...

... nimm Kritik nicht persönlich. Es ist keine Schande auch für eine Zeit keine Rezis zu lesen, wenn du in dem Moment zu emotional geladen bist. Es wird besser.

Du hast Testleser, Lektoren, Korrektoren, Blogger und mal ganz im Ernst, wenn den Leuten und dir selbst dein Buch gefällt, kann es kaum schlecht sein.

Und du bist es schonmal gar nicht.


Man kann aus jeder Situation etwas lernen. Ich bin kein Fan vom Satz: Du bist talentiert, denn ...

"Hard work beats talent when talent doesn't work hard!" by Tim Notke


Und harte Arbeit endet nie!

Nerdige Grüße

Mel


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